Quelle: ThEEN e.V./ BürgerEnergie e.V./ Thüringer Landstrom

Bürgerenergie-Genossenschaften wichtig für regionale Wertschöpfung

Aktuell 35 Thüringer Energiegenossenschaften mit 2.000 Mitgliedern

Quelle: Bürgerenergie e.V.

Die Zahl der Thüringer Energiegenossenschaften steigt seit 2013 stetig. Aktuell engagieren sich etwa 2.000 Thüringerinnen und Thüringer in mehr als 30 Genossenschaften. Sie treiben die notwendige Dezentralisierung der Energieversorgung aktiv mit eigenen Produkten im Freistaat voran.

Die steigende Anzahl der Bürgerenergieunternehmen ermöglicht zuverlässigere Stromerzeugung, höhere Wirtschaftlichkeit und Partizipation. ThEEN-Geschäftsführerin Jana Liebe lobt diese Tendenz: „Wir befinden uns mitten in der zweiten Phase der Energiewende. Thüringer Bürgerenergie-Genossenschaften zeigen einen partizipativen Weg auf und demonstrieren mit eigenen Produkten, wie lokale Erzeugung und lokale Nutzung vereint und die regionale Wertschöpfung gestärkt wird.“

Diese Zielsetzungen verfolgt auch der BürgerEnergie Thüringen e.V. als Dachverband Thüringer Bürgerenergie-Genossenschaften mit seiner Strommarke „Thüringer Landstrom“. Mit dem Anspruch, Qualität, Preis und Mehrwert einer regionalen Strommarke mitzubestimmen, entwickelte der BürgerEnergie Thüringen e.V. die Marke und ließ sie Anfang 2014 amtlich eintragen. Das Erfolgsmodell der BürgerEnergie und der regionalen Strommarke wird durch die Kooperation der Thüringer Energiegenossenschaften weiter vorangetrieben.

Ein erfolgreiches Beispiel der BürgerEnergie Thüringen ist die 2013 gegründete Energiegenossenschaft Ilmtal eG in Weimar. Sie betreibt sieben Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien in Weimar und im Weimarer Land. Mit einer Gesamtkapazität von 1.665,80 Kilowatt-Peak (kWp, Spitzenleistung) versorgt sie 600 Haushalte mit 100 Prozent Ökostrom aus Sonne und Wind.

Die Stromgewinnung für den „Thüringer Landstrom“ erfolgt vor allem durch Solarenergie aus Thüringen und wird mit Energie aus Windenergieanlagen und einem bayrischen Wasserkraftwerk ergänzt. Angestrebt wird ein möglichst hoher Grad des Eigenverbrauchs. Für die Zukunft ist vor allem der Ausbau der Windkraftnutzung geplant. Langfristige Ziele des BürgerEnergie Thüringen e.V. sind die Förderung des dezentralen Ausbaus erneuerbarer Energien in Thüringen und die Unabhängigkeit von politischen Entscheidungen, EEG-Einspeisetarifen und anderen Förderinstrumenten.

„Der Weg dahin ist allerdings steinig.“, sagt Reinhard Guthke, Vorsitzender des BürgerEnergie Thüringen e.V. und Aufsichtsratsvorsitzender der BürgerEnergie Jena eG und führt aus: „Die Neuordnung von Umlagen, Abgaben und Entgelte im Bereich der Stromerzeugung ist dringend notwendig. Ohne eine derartige Neuordnung wird der Ausbau erneuerbarer Energien eher gebremst. Eine nötige Stärkung der Prosumerrechte auf dem Energiemarkt wird bisher auch nicht ausreichend adressiert.“

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