Quelle: Thüringer Staatskanzlei
Friedrich-Schiller-Universität Jena erhält Exzellenzstatus: herausragender Erfolg für den gesamten Wissenschaftsstandort Thüringen
Ministerpräsident Mario Voigt, der die Verkündung live in Jena mitverfolgt hat, sagt: „Heute ist ein großer Tag für Jena und für ganz Thüringen, denn die Friedrich-Schiller-Universität ist Exzellenzuniversität. Mein herzlicher Glückwunsch und mein Dank gelten den Forscherinnen und Forschern, den Studierenden und der Universitätsleitung, die über Jahre darauf hingearbeitet haben. ‚Light. Life. Liberty.‘ steht für exzellente Forschung, kluge Köpfe und die Freiheit, Neues zu denken. Der Titel bringt zusätzliches Geld und internationale Sichtbarkeit und macht Jena für Talente aus aller Welt noch attraktiver. Davon profitiert das ganze Land, jeder Betrieb, der Fachkräfte sucht, und jede Region, die junge Menschen halten will. Thüringen gehört jetzt zur Spitze der deutschen Wissenschaft. Damit macht der gesamte Freistaat einen riesigen Schritt nach vorn.“
Der Thüringer Wissenschaftsminister Christian Tischner erlebte die Entscheidung direkt in Bonn und unterstreicht: „Nur wenige, ausgewählte Universitäten in Deutschland tragen den Exzellenztitel. Eine davon steht ab heute in Thüringen. Für Jena und den ganzen Freistaat ist das ein herausragender Erfolg. Die FSU ermöglicht Spitzenforschung in den drei Schwerpunkten Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Geistes- und Sozialwissenschaften und fördert Wissenschaft auf international höchstem Niveau. Das ist zugleich der Weg, den wir mit allen Thüringer Hochschulen gehen: klare Profile, gemeinsame Infrastruktur, Kooperationen über Standortgrenzen hinweg.“
Tischner weiter: „Hinter der Exzellenz-Entscheidung stehen Forscherinnen und Forscher, die über Jahre an Konzepten, Anträgen und Experimenten gearbeitet haben, ohne zu wissen, ob es am Ende reicht. Ihnen gilt mein Dank, genauso wie den Lehrenden und Studierenden, die sich jeden Tag engagieren, um die Friedrich-Schiller-Universität Jena zu dem exzellenten Ort zu machen, der nun ausgezeichnet wurde. Auch für sie wird der Exzellenzstatus neue Möglichkeiten und Chancen bringen. Exzellenz ist nicht einfach nur ein Titel. Sie ist ein Arbeitsauftrag für die nächsten sieben Jahre, für die Universität und für uns als Land. Wir wollen Thüringens Wissenschaftsstandort weiter stärken, indem wir Kooperationen ausbauen und beste Bedingungen für Forschung und Lehre schaffen.“
Der Antrag „LIGHT. LIFE. LIBERTY. – Connecting People and Ideas“ baut auf drei Profillinien auf und verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung und dem Dialog innerhalb sowie außerhalb der Universität. Mit der Entscheidung beginnt für die Friedrich-Schiller-Universität eine neue Entwicklungsphase. Die Universität will ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte ausbauen, die Zusammenarbeit über Fächer- und Institutionsgrenzen hinweg vertiefen und ihre internationale Vernetzung vergrößern. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist bereits jetzt mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, dem Universitätsklinikum Jena, der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, Wirtschaftsunternehmen und zahlreichen anderen außeruniversitären Partnern in der Region eng in einem Forschungsökosystem verbunden. Mit dem Exzellenzstatus gewinnt sie nun zusätzliche Möglichkeiten, ihr wissenschaftliches Profil weiterzuentwickeln, internationale Kooperationen auszubauen und herausragendes Wissenschaftspersonal nach Thüringen zu holen.
Hintergrund
Mit der Förderung als Exzellenzuniversität erhält die Friedrich-Schiller-Universität ab dem 1. Januar 2027 für sieben Jahre einen jährlichen Förderbetrag bis zu 15 Mio. Euro, der zu 75 % vom Bund und zu 25 % vom Land getragen wird. Die Mittel sollen unter anderem dafür eingesetzt werden, Freiräume für herausragende Forschung zu schaffen und die Karriereperspektiven von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in frühen und mittleren Karrierephasen zu verbessern. Eine Evaluation erfolgt am Ende der Förderperiode, eine Verlängerung über weitere sieben Jahre kann nach erfolgreicher Begutachtung beantragt werden.
Grundlage für den Antrag „LIGHT. LIFE. LIBERTY. – Connecting People and Ideas“ und für die erfolgreiche Bewerbung waren die beiden Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ und „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining“. Bereits im Mai 2025 war die Universität Jena mit zwei Anträgen in der Förderlinie Exzellenzcluster erfolgreich. „Balance of the Microverse“ wird seit 2019 gefördert und konnte seine Förderung für die neue Förderperiode verlängern. Das Cluster „Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining“ wurde neu bewilligt und wird seit 2026 gefördert. Balance of the Microverse beschäftigt sich mit mikrobiellen Gemeinschaften, ihrer Dynamik und Stabilität sowie den Möglichkeiten, solche Systeme gezielt zu verstehen und zu beeinflussen. Imaginamics untersucht Prozesse des sozialen Imaginierens, erforscht also gesellschaftliche Phänomene und Meinungsbildungsprozesse und inkludiert dabei sehr unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven. Beide Cluster unterstreichen das interdisziplinäre Forschungsprofil der Universität Jena.
Weitere Informationen unter: www.uni-jena.de
Gemeinsame Medieninformation der Thüringer Staatskanzlei und des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur