Quelle: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Wasserstoffkonferenz: Potential für Innovation und Klimaschutz in Thüringen nutzen

Siegesmund: „Wasserstoff ist ein Energieträger der Zukunft und wichtig für eine erfolgreiche Verkehrs- u. Wärmewende“

Thüringens Energieministerin Anja Siegesmund hat heute erstmals Eckpunkte einer Thüringer Wasserstoffstrategie vorgestellt. Vor rund 200 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sagte Siegesmund:
„Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien steht für Hochtechnologie und Klimaschutz. Wir wollen Thüringen fit machen, damit die innovative Technik hier vor Ort Wirtschaftskraft und Klimaschutz erfolgreich verbindet. Das ist gut für die Menschen und für das Klima.“ Umweltschutz und Wirtschaftskraft könnten so eine vielversprechende Verbindung eingehen, das Thüringer Know-How sei bereits vorhanden, so die Ministerin weiter.

Die Brennstoffzelle soll nach Plänen der Energieministerin ein Baustein des Thüringer Energiesystems werden. Wasserstoff soll zukünftig Züge, Busse und LKWs antreiben, Wärme und Strom für Gebäude erzeugen und Elektroenergie aus Sonne, Wind und Biomasse speichern. Auch mit Wasserstoff soll so der entscheidende Schritt von der Stromwende zur Energiewende gelingen. Denn das leichte Gas verbindet die Bereiche Mobilität, Strom und Wärme – der entscheidende Schritt zur sogenannten Sektorkopplung.

Konkret erinnerte Siegesmund an die erste Fahrt eines Brennstoffzellenzuges durch das Schwarzatal. Hunderte Interessierte säumten im Februar die Bahnstrecke, um einen Blick auf die visionäre Zukunft des emissionsfreien Bahnfahrens ohne Oberleitung zu werfen. Der mit Wasserstoff betankte Zug erzeugt via Brennstoffzelle Elektroenergie zum Fahren. Einzig Wasserdampf bleibt als Endprodukt: „Dort soll der Zug ab 2021 regulär rollen. Erst einmal geht es um ein Modellprojekt, dass erst mit Landes- und EU-Förderung wirtschaftlich wird.“

Mit einer umfassenden Strategie soll Thüringen zur Modellregion für Wasserstoff entwickelt werden. Überall dort, wo sich Strom aus Windkraft und Photovoltaik nicht direkt nutzen lässt, kommt Wasserstoff als flexible Lösung ins Spiel. Das steigert die Flexibilität der Energieversorgung aus Erneuerbaren, sichert die Versorgung und beendet die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Konkret gelingen soll dies durch den Aufbau eine Tank-Infrastruktur, das Fördern von Brennstoffzellen-Systemen oder neue Biogasprojekte für die Methanproduktion mit Wasserstoff.

Grüner Wasserstoff kann so helfen, insbesondere die Klimaziele im Industrie- und Mobilitätssektor zu erreichen. Dazu sind Anreize gefragt, damit sich die Technologie wirtschaftlich rechnet. Das bisherige System aus Umlagen, Abgaben und Steuern verhindert eine wirtschaftliche Erzeugung von Wind-Wasserstoff und Investitionen in die Technologie. Bislang gibt es weder eine Bundes-Wasserstoffstrategie, noch Anreize für Unternehmen, die Wirtschaftlichkeitslücke beim Erzeugen von grünem Wasserstoff zu schließen.

Hintergrund

Wasserstoff bietet als Energieträger eine ganze Reihe von Vorteilen: Er ist in großen Mengen verfügbar, lässt sich direkt nutzen – dabei entsteht als einziges „Abgas" Wasserdampf. Durch Elektrolyse kann Wasserstoff vollkommen emissionsfrei und umweltverträglich aus Wasser gewonnen werden, sofern dazu Strom aus Erneuerbaren Energien verwendet wird. Damit wird das kleinste Molekül des Universums zum Schlüssel für die Umwandlung von elektrischer Energie in chemische Energie – und somit auch zum Schlüssel für die Speicherung regenerativ erzeugter Energie.

Gleichzeitig stellt Wasserstoff aber Herausforderungen an die Infrastruktur für Speicherung, Transport und Nutzung. Ebenso muss die Sicherheitstechnik so ausgereift sein, dass keine zusätzlichen Risiken von der neuen Technologie ausgehen.

Die 1. Thüringer Wasserstoffkonferenz mit dem Titel „Wasserstoff im Energiesystem der Zukunft“ beleuchtet heute in Erfurt mit rund 200 Experten aus ganz Deutschland Anwendungsszenarien und informiert über Anforderungen an Herstellung, Transport und Speicherung von Wasserstoff.

 

Eckpunkte einer Thüringer Wasserstoffstrategie:

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