Quelle: ThEGA

Gemeinsam gestalten und gewinnen: Wertschöpfung aus Windenergieanlagen soll in der Region bleiben

Landesenergieagentur ThEGA und Windenergieunternehmen überreichen "Erfurter Erklärung" an MP Ramelow

  • Landesenergieagentur ThEGA und Windenergieunternehmen überreichen „Erfurter Erklärung“ an Ministerpräsident Ramelow
  • Studie: Jede Windenergieanlage mit Wertschöpfungseffekten von ca. 140.000 Euro im Jahr
  • Initiative und Gestaltungswillen aller beteiligten Akteure ist entscheidend

Die Servicestelle Windenergie der Landesenergieagentur ThEGA und Unternehmen aus der Windenergiebranche wollen Thüringer Kommunen und Bürger stärker an der Wertschöpfung von Windparks beteiligen. THEGA-Geschäftsführer Professor Dieter Sell und Karsten Tietz von der juwi AG haben heute auf dem „Wertschöpfungsgipfel Windenergie“ eine entsprechende Erklärung an Ministerpräsident Bodo Ramelow übergeben. Darin bekräftigen die Unternehmen, die allesamt Träger des ThEGA-Siegels „Faire Windenergie“ sind, dass sie sich für ein faires Miteinander bei der Entwicklung von Windstandorten einsetzen und der regionalen Wertschöpfung ein besonderes Gewicht beimessen. Gerade in strukturschwachen Gebieten bietet Windenergie zusätzliche Einnahmequellen. Das Bundesverkehrsministerium gibt den jährlichen Wertschöpfungseffekt einer  2 Megawatt-Windenergieanlage in einer Studie mit ca. 140.000 Euro an. Hochgerechnet auf 20 Jahre Laufzeit sind das rund 2,8 Millionen Euro pro Anlage. Wie diese Potenziale größtenteils in der Region bleiben, zeigen Best-Practice-Beispiele aus Thüringen, bei denen Kommunen, Bürger und Projektierungsfirmen gemeinsam von den Windparks profitieren. Diese Projekte wurden ebenfalls auf dem Wertschöpfungsgipfel vorgestellt.

Ministerpräsident Ramelow: Bürger mitnehmen und Vorteile besser erklären

„Windenergie ist eine der Säulen der Energiewende in Thüringen; sie ist unerlässlich für einen vernünftigen Energiemix“, sagt Ministerpräsident Bodo Ramelow. Doch mache der drastische Rückgang beim Ausbau der Windenergie an Land die zunehmenden Akzeptanzprobleme deutlich. „Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen, wir müssen besser erklären, wie die Nutzung von Windkraft allseitigen Vorteil bringt – das ist der entscheidende Schlüssel für den Windausbau im Land. Durch die Energiewende entstehen vielfältige neue Wertschöpfungsketten, und es ist unser Ziel, diese für Thüringen als Ganzes, aber insbesondere auch für wirtschaftlich schwächere Regionen weiter zu erschließen und zu erhalten.“

Regionale Wertschöpfung ist entscheidend für Akzeptanz
Derzeit produzieren 839 Windenergieanlagen auf ca. 0,3 Prozent der Landesfläche Thüringens klimafreundlichen Strom. Damit können etwa 800.000 Haushalte versorgt werden. „Windenergie ist für unsere künftige Energieversorgung und für das Erreichen der Klimaschutzziele von großer Bedeutung. Es sollten deshalb vor allem jene Menschen von Windenergie profitieren, die die Windräder vor ihrer Haustür haben“, sagt Professor Sell von der ThEGA. Regionale Wertschöpfung sei entscheidend für die Akzeptanz von Windenergie. Kommunen und Bürger könnten von direkten Effekten wie Steuer- und Pachteinnahmen profitieren. Zusätzlich würden sich indirekte Wertschöpfungseffekte auszahlen – etwa, wenn Aufträge für Bau und Betrieb der Anlage an Firmen aus der Region vergeben werden oder wenn durch so genannte Ersatzmaßnahmen der örtliche Festplatz verschönert, Biotope angelegt oder Flüsse renaturiert werden. „Entscheidend ist, dass vor Ort nicht nur Belastungen entstehen, sondern dass Thüringer Bürger und Kommunen vom Ausbau der Windenergie profitieren. Im Idealfall engagieren sich die Bürgerinnen und Bürger selbst, machen die Energiewende mit einem Bürgerwindpark zu ihrem Projekt und verdienen Geld mit dem erzeugten Strom“, so Professor Sell. Um diese Potenziale zu erschließen, sind nach Erfahrungen der ThEGA Initiative und Gestaltungswillen aller Akteure vor Ort entscheidend. „Wer statt mitzugestalten blockiert, verpasst leichtfertig Chancen, den regionalen Wohlstand zu steigern.“


Best-Practice aus dem Kyffhäuserkreis

Der Windpark Helbedündorf-Holzthaleben im Kyffhäuserkreis mit fünf Windenergieanlagen zeigt, welche regionalen Potenziale zu heben sind: Die Gemeinde hat Pachtzahlungen für die Grundstücke erhalten sowie finanzielle Unterstützung für örtliche Vereine und die neu gegründete Stiftung Helbedündorf, die sich für den Erhalt von Grundschule und Kita im Ort einsetzt. Bei Bau und Betrieb der Windenergieanlagen hat die Projektierungsfirma wpd onshore GmbH hauptsächlich auf regionale Unternehmen gesetzt. Statt – wie gesetzlich festgelegt – 70 Prozent Gewerbesteuer an die Windpark-Kommune und 30 Prozent an den Sitz des Unternehmens abzuführen, zahlt wpd onshore 90 Prozent Gewerbesteuer an die Thüringer Kommune. Dies ist ebenso in den Leitlinien der ThEGA-Siegelpartner verankert wie die bevorzugte Auftragsvergabe an regionale Unternehmen. Als Ersatzmaßnahmen für den Bau der Windräder wurden u.a. eine Streuobstwiese angelegt und neue Lebens- und Jagdräume für Greifvögel geschaffen.

 

 

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