Quelle: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Siegesmund: Abwärme als klimafreundliche Energiequelle nutzen

Thüringer Abwärmeprojekte gesucht – Land unterstützt Machbarkeitsstudien mit 30.000 Euro

Rund 200.000 Einfamilienhäuser in Thüringen könnten durch die bei thermischen oder mechanischen Prozessen von Industrie und Gewerbe entstehende Abwärme mit klimafreundlicher Wärme versorgt werden. Das geht es aktuellen Berechnungen der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH (ThEGA) hervor. Demnach liegt das theoretische Abwärmepotenzial in Thüringen bei rund vier Terrawattstunden jährlich. Um dieses Potential für die klimafreundliche Wärmeversorgung in Nah- oder Fernwärmenetzen zukünftig besser zu nutzen, wurde ein interaktives Abwärmekataster erstellt.

„Abwärme ist eine klimafreundliche Energiequelle, die wir stärker für die Erwärmung von Wohngebäuden oder kommunalen Einrichtungen nutzen können. Oft wird Wärme einfach in die Luft gepustet, ohne sie zu nutzen. Jede Kilowattstunde, die so verloren geht, ist eine zu viel. Deshalb: Ran an die Wärmequellen“, sagte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund heute in Erfurt. Mit dem interaktiven Abwärmekataster der ThEGA stehe jetzt ein wichtiges Instrument für eine erfolgreiche Wärmewende zur Verfügung.

Einige Unternehmen in Thüringen nutzen bereits die in Industrie und Gewerbe entstehende Abwärme, um diese beispielsweise für die Vorwärmung der Verbrennungsluft oder zur Trocknung von Ausgangsstoffen zu nutzen. In anderen Unternehmen und Energieerzeugungsanlagen entstehen jedoch weitaus größere Abwärmemengen, als dort verbraucht werden können. Um diese Abwärmepotentiale für Dritte verfügbar zu machen, hat die ThEGA im Rahmen des Europäischen Projektes CE-HEAT im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz ein Abwärmekataster erstellt. Mit Hilfe der Daten kann eine effiziente und ressourcenschonende Wärmeversorgung in Kommunen und Quartieren entwickelt werden. Unternehmen und Kommunen bietet das interaktive Abwärmekataster der ThEGA unter www.thega.de/abwaerme die Möglichkeit, überschüssige Wärmepotenziale aufzuzeigen und diese in örtliche Nah- oder Fernwärmenetze einzuspeisen. Potentielle Nutzer wie beispielsweise Wohnungsunternehmen, Schulen, Energieversorger oder Gewerbebetriebe können diese bislang ungenutzte Wärmequelle kostengünstig kaufen und für die eigene  Wärmeversorgung nutzen.

Um die Datenbasis über die vorhandenen Abwärmequellen zu erweitern, sucht die ThEGA konkrete Projektideen zur Nutzung von Abwärme. Hierfür werden mindestens zwei Machbarkeitsstudien im Gesamtwert von 30.000 Euro finanziert. Darin werden die technische Umsetzung und deren Wirtschaftlichkeit sowie rechtliche Aspekte der Abwärmenutzung vor Ort untersucht.

„Ich möchte alle Unternehmen mit Abwärme und potenziellen Abnehmern in unmittelbarer Nähe dazu ermutigen, sich um die Durchführung einer Machbarkeitsstudie zu bewerben“, so die Ministerin. Unternehmen mit Abwärmequellen können ihre Vorschläge noch bis 31. Oktober 2017 bei der ThEGA einreichen. Die Vorschläge werden anschließend hinsichtlich der möglichen CO2-Einsparungen und dem Vorbildcharakter bewertet. Für die Umsetzung von Investitionen stehen finanzielle Mittel im Rahmen der Förderung von Demonstrationsvorhaben innerhalb der Förderrichtlinie „Green Invest“ zur Verfügung.

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